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Bougainvillea

Die Farbenkönigin der Kanarischen Gärten

Die Bougainvillea, eine wahre Explosion aus Farbe, Licht und Lebensfreude, gehört zu den auffälligsten Pflanzen in den Gärten und Straßen Teneriffas. Mit ihren kaskadenartig herabhängenden Blütentrauben, ihrer üppigen Erscheinung und ihrem tropischen Flair ist sie nicht nur ein beliebtes Gestaltungselement, sondern auch ein Sinnbild für die Schönheit, Wärme und Vielfalt der Kanarischen Inseln.

Beschreibung und Merkmale

Die Bougainvillea – botanisch meist Bougainvillea glabra oder Bougainvillea spectabilis – ist eine immergrüne bis halbimmergrüne Kletterpflanze, die über Dornen und windende Triebe Wände, Pergolen, Zäune und Mauern erklimmt. Ihre scheinbar unendliche Blütenpracht besteht in Wirklichkeit aus kleinen, cremeweißen Blüten, die in leuchtende Hochblätter eingebettet sind – diese sogenannten „Brakteen“ sind das eigentliche Schauspiel: ein Kaleidoskop aus Pink, Purpur, Karminrot, Orange, Gelb oder Weiß.

Je nach Sorte und Schnitt kann die Bougainvillea als Strauch, Spalierpflanze oder sogar als Bonsai gezogen werden. Auf Teneriffa sieht man sie häufig kaskadenartig von Terrassen und Balkonen herabhängen oder in dramatischer Blütenfülle an Hauswänden emporklettern.

Lebensraum und Verbreitung

Ursprünglich stammt die Bougainvillea aus Brasilien, Peru und Argentinien. Benannt ist sie nach dem französischen Seefahrer und Entdecker Louis Antoine de Bougainville, der sie im 18. Jahrhundert nach Europa brachte. Von dort aus eroberte sie als Zierpflanze die tropischen und subtropischen Zonen der Welt.

Auf Teneriffa und den übrigen Kanarischen Inseln ist sie heute allgegenwärtig – nicht nur in Gärten und Parks, sondern auch entlang von Straßen, in Hotelanlagen und auf privaten Terrassen. Sie gedeiht besonders gut in den sonnigen, trockenen Küstenregionen der Insel und schätzt kalkhaltige, gut drainierte Böden. Dank ihrer Trockenresistenz ist sie eine ideale Pflanze für das subtropische Klima der Kanaren.

Ökologische Bedeutung

Zwar ist die Bougainvillea keine heimische Pflanze und hat in der kanarischen Wildflora keine zentrale Rolle, doch bietet sie dennoch ökologischen Mehrwert: Ihre Blüten locken zahlreiche Bestäuber an – darunter Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten. In städtischen oder gartenarchitektonischen Räumen schafft sie grüne Oasen, spendet Schatten und kühlt die Umgebung leicht ab.

Kulturelle Bedeutung und Nutzung

Auf Teneriffa ist die Bougainvillea weit mehr als bloße Zierde – sie ist Teil der Alltagsästhetik und Ausdruck einer tief verwurzelten Gartentradition. Ihre leuchtenden Farben und die Fähigkeit, selbst karge Wände in blühende Kunstwerke zu verwandeln, machen sie zu einem beliebten Motiv in der lokalen Malerei, Keramik, Fotografie und Gartengestaltung.

Symbolisch steht die Bougainvillea oft für Leidenschaft, Lebenskraft und tropische Sinnlichkeit – passend für eine Insel, die selbst voller Kontraste und Vitalität ist. In der Architektur Teneriffas wird sie häufig eingesetzt, um Häuser zu verschönern, Wege zu säumen oder Pergolen zu beschatten – ein mediterranes Lebensgefühl pur.

Pflege und Besonderheiten

Die Bougainvillea gilt als pflegeleicht – sofern sie ihre Grundbedürfnisse erfüllt bekommt:

  • Standort: Sonnig und warm – je mehr Licht, desto mehr Blüten.
  • Gießen: Mäßig – Staunässe vermeiden, Trockenheit wird gut vertragen.
  • Boden: Gut durchlässig, leicht sandig oder kalkhaltig.
  • Schnitt: Wichtig für dichte Wuchsform und reiche Blüte; am besten nach der Hauptblüte zurückschneiden.
  • Frostschutz: In Höhenlagen Teneriffas oder bei ungewöhnlich kalten Wintern sollten junge Pflanzen geschützt werden – z. B. mit Vlies oder durch Rückschnitt und Topfkultur.
  • Ein kleiner Tipp: Je karger die Pflege (wenig Dünger, zurückhaltendes Gießen), desto intensiver die Blütenpracht – denn die Bougainvillea blüht aus „Überlebensdrang“ heraus.

Die Bougainvillea ist nicht nur eine Pflanze – sie ist ein farbliches Feuerwerk, das dem Alltag auf Teneriffa tropische Magie verleiht. Mit ihrer Anpassungsfähigkeit, ihrer leuchtenden Schönheit und ihrem festen Platz im kulturellen Gefüge der Inseln steht sie für das, was die Kanaren so besonders macht: Vielfalt, Widerstandskraft und natürliche Eleganz.

Quellen:
  • Royal Horticultural Society (RHS): Bougainvillea cultivation guide
  • Gobierno de Canarias: Plantas ornamentales en jardines canarios
  • Tropica Pflanzenführer: Bougainvillea-Arten
  • Botanical Journal of the Linnean Society: Bougainvillea taxonomy and hybridisation studies