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Magec - Sonne, Licht und Kalenderwissen

Licht ist auf Teneriffa kein neutrales Element. Es strukturiert den Tag, bestimmt Vegetation und Rhythmus. Für die Guanchen war Licht eine lebensspendende Macht. Ihr Name war Magec.

Magec steht für Sonne, Wärme und Wachstum. Er ist weniger mythologisch aufgeladen als Achamán oder Guayota, gerade deshalb aber allgegenwärtig. Die Sonne begleitet jede Handlung, jede Bewegung, jede Ernte.

Licht als Zeitmesser

Archäoastronomische Forschungen auf den Kanaren zeigen, dass Himmelsbeobachtungen eine Rolle spielten. Auf Teneriffa sind mehrere Höhlen und Fundstellen bekannt, bei denen Lichteinfall zu bestimmten Tages- oder Jahreszeiten auffällig ist. Ob diese Effekte bewusst geplant wurden, wird in der Forschung vorsichtig diskutiert.

Magec steht damit weniger für Personifikation als für Funktion. Die Sonne war Kalender, Uhr und Garant für Nahrung.

Grenzen der Deutung

Nicht jede Ausrichtung ist ein Kult. Die Forschung betont zu Recht die Trennung zwischen Beobachtung und Beweis. Magec bleibt dennoch ein stabiler Bestandteil der Überlieferung, weil Sonne und Zeit in allen agrarischen Kulturen zentrale Rollen spielen.

Quellen und archäologische Studien

  • Belmonte, Juan Antonio: Arbeiten zur Archaeoastronomie der Kanarischen Inseln.
  • Tejera Gaspar, Antonio: Studien zur guanchischen Religion.
  • Universidad de La Laguna: Veröffentlichungen zur prähistorischen Zeitstruktur.