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Die Rosa de Piedra

Eine Lavablume aus Stein

Manchmal entstehen die eindrucksvollsten Naturwunder nicht durch Größe oder Lautstärke, sondern durch stille Geduld. So ist es auch mit der Rosa de Piedra, einer ungewöhnlichen Gesteinsformation im Teide-Nationalpark auf Teneriffa. Vielleicht hast du sie schon gehört unter einem anderen Namen: Lavarosette, Lavarose oder Lavablume – alles Begriffe für dieselbe geologische Besonderheit.

Was ist eine Lavarosette?

Eine Lavarosette ist eine spiralförmige Struktur aus Lavagestein, die tatsächlich an eine Blume erinnert. Diese Form entsteht nicht durch Verwitterung oder Wind, sondern direkt beim Abkühlen der Lava.

Während sich die Oberfläche eines Lavastroms bereits zu verfestigen beginnt, bleibt die darunterliegende Lava noch in Bewegung. Durch Druck, Fließbewegung und Temperaturunterschiede verformt sich die erstarrende Hülle plastisch – so können sich konzentrisch geschichtete Strukturen bilden, die wie Blütenblätter wirken. Es ist ein langsamer, chaotischer, aber letztlich harmonischer Prozess. Und das Ergebnis: eine Gesteinsformation, die fast aussieht, als wäre sie absichtlich geformt worden.

Die Rosa de Piedra – Steinblume am Wegesrand

Die bekannteste Lavarosette auf Teneriffa ist die Rosa de Piedra, übersetzt „Steinrose“. Du findest sie direkt an der TF-21, nur wenige Minuten vom Besucherzentrum El Portillo entfernt. Eine kleine Haltebucht ermöglicht dir, sicher anzuhalten und einen Blick auf dieses Naturwunder zu werfen.

Die Formation misst etwa einen Meter im Durchmesser. Ihre Ränder sind gewellt, fast ornamental, als hätte ein Bildhauer Hand angelegt. Doch es war kein Mensch, sondern der Lavastrom selbst, der hier seine Signatur hinterlassen hat – vor vielen Jahrhunderten, bei einem der zahlreichen Ausbrüche des Teide oder seiner Nebenschlote.

Die Lage der Rosa de Piedra auf fester Basaltdecke, kombiniert mit dem damaligen Fließverhalten der Lava, hat diese außergewöhnliche Form ermöglicht. Dass sie direkt neben der Straße erhalten geblieben ist, ist ein Glücksfall.

Was macht sie besonders?

Die Rosa de Piedra ist mehr als nur ein schönes Fotomotiv. Sie zeigt dir, wie lebendig und wandelbar Vulkangestein sein kann. In einer Landschaft, die oft von wuchtigen Felsformationen und schroffen Lavaströmen geprägt ist, wirkt sie fast zart – wie ein ruhiger Gegenpol zur dramatischen Kraft des Vulkans.

Solche Formationen sind selten. Sie benötigen genau die richtigen Bedingungen: eine zähflüssige Lavaart, ein sanftes Gefälle, und genug Zeit zur langsamen Abkühlung. Dass du hier so etwas direkt am Straßenrand finden kannst, macht die Rosa de Piedra umso faszinierender.

Mein Tipp für dich

Wenn du in den Teide-Nationalpark fährst, nimm dir ein paar Minuten Zeit für diesen Ort. Halte an, geh ein paar Schritte zur Lavablume, schau sie dir genau an – aus sicherem Abstand. Sie ist fragil, obwohl sie aus Stein besteht. Bitte klettere nicht darauf und berühre sie nicht. Jede Berührung, jeder Tritt kann Strukturen zerstören, die Jahrhunderte überdauert haben.

Du wirst merken: Die Schönheit liegt hier im Detail. Und darin, dass sich die Natur nicht beeilen muss, um etwas Einzigartiges zu erschaffen.