El Médano für Dich

Wind, Wellen, kein Schnickschnack
El Médano ist nicht laut. Nicht geschönt. Und genau das gefällt mir. Wenn Du keine Lust auf künstliche Resorts und überfüllte Hotelstrände hast, sondern einen Ort suchst, der sich echt anfühlt, dann bist Du hier richtig – nicht weil es spektakulär ist, sondern weil es stimmt. Der Wind, der Sand, die Menschen. Alles hat hier eine eigene Sprache.
Was Du hier tun kannst (und was nicht)
Wenn Du Windsport magst, brauchst Du nicht lange überlegen. Die Strände von El Médano gehören zu den besten Spots Europas für Kitesurfen und Windsurfen. Die Playa Leocadio Machado ist fast immer windig – durch die Passatwinde, die zuverlässig aus Nordost kommen (siehe: AEMET – Agencia Estatal de Meteorología) und die Region besonders im Frühjahr und Herbst zur Hochsaison für Kiter machen.
Ich hab hier meinen ersten Kitekurs gemacht – und gelernt, dass Wind auch ungemütlich sein kann, aber nie langweilig. Und ja, es gibt gute Schulen, viele deutsch- oder englischsprachig, und Mietstationen direkt am Strand.
Wenn Du lieber entspannter unterwegs bist, geht auch das. Stand-Up-Paddling, Schnorcheln oder einfach die Füße in den Sand stecken und zusehen, wie andere sich vom Wind über das Wasser tragen lassen – das ist genauso Teil von El Médano. Keine Show, kein Getue. Einfach machen.
Raus aus dem Wasser, rein in die Landschaft
Was ich an El Médano liebe: Man ist in fünf Minuten raus aus dem Trubel. Der Wanderweg zur Montaña Roja beginnt direkt am südlichen Ende des Hauptstrands. Es ist ein kurzer Aufstieg – vielleicht 30 Minuten – aber oben erwartet Dich ein Panorama über Atlantik, Küste und Berge (und bei gutem Wetter sogar bis La Gomera). Die Montaña Roja gehört zum Naturschutzgebiet „Reserva Natural Especial de Montaña Roja“, das seit 1994 geschützt ist (Gobierno de Canarias) – also bitte auf den Wegen bleiben.
Auch schön: eine Tour durch das nahe Naturdenkmal Montaña Pelada oder ein Abstecher ins Naturschutzgebiet Montaña Amarilla bei Costa del Silencio. Da wird’s wilder, felsiger – und leerer.
Wenn Du Pause brauchst: Dorfleben statt Touri-Klischee
Ich schlendere gern einfach durch den Ort. Das Zentrum von El Médano ist überschaubar, aber lebendig. Auf der Plaza de El Médano trifft sich alles – Familien, Kiter, Musiker, Einheimische. Ich hole mir oft einen Kaffee in einer kleinen Bar an der Ecke, beobachte das Kommen und Gehen, höre das Spanisch, das hier ganz anders klingt als auf dem Festland – weicher, melodischer, wie das Licht über dem Ozean.
Für authentisches Essen – keine Angst, nicht alles ist „Fusion-Tapas“ – empfehle ich Dir die Lokale Richtung Paseo Picacho oder direkt an der Promenade. Wenn Du Fisch magst, lohnt sich ein Abstecher ins nahe Los Abrigos – ein kleines Fischerdorf, zehn Minuten mit dem Auto. Dort sitzt Du direkt über dem Hafen, und was Du isst, war ein paar Stunden vorher noch im Wasser.
Noch ein paar praktische Dinge
- Klima: Immer mild – zwischen 19 und 29 Grad, je nach Jahreszeit. Ich war schon im Dezember im T-Shirt unterwegs. Daten: Spanish Meteorological Agency – AEMET.
- Anreise: Vom Flughafen Teneriffa Süd bist Du in etwa zehn Minuten da. Auto ist praktisch, Busse fahren aber auch regelmäßig (Linie 470 oder 411, Titsa).
- Übernachten: Hier gibt’s kaum große Hotels. Dafür viele Apartments und kleine Gästehäuser. Ich mag das – es bleibt persönlicher.